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Artikel zum Thema Goldanlage

Goldsparpläne – ein Überblick

28. Juni 2011

Ein Goldsparplan ermöglicht das regelmäßige Ansparen von physischem Gold. Trustable Gold hat sich den Markt näher angeschaut.

Was ist ein Goldsparplan?

Ein Anleger kann mit Hilfe eines Goldsparplans regelmäßig einen bestimmten Betrag in Gold investieren. Das physische Gold wird bei solchen Programmen typischerweise sicher an zentraler Stelle verwahrt, handelt es sich dabei meist um sogenanntes Tresorgold.

Die meisten Sparpläne basieren auf monatlichen Sparraten, Anleger leisten die Zahlungen per Lastschrift oder Überweisung.

Die in Deutschland üblichen Goldsparpläne erlauben einen späteren Verkauf des angesparten Goldes oder die Aushändigung des physischen Goldes. In Asien sind teilweise auch Goldsparpläne üblich, die einen Tausch der angesparten Beträge in Goldschmuck ermöglichen.

Argumente für Goldsparpläne

Eine Goldanlage wird von vielen Anlegern als Schutz gegen Krisen, Absicherung vor Inflation oder auch Deflation und damit als Instrument zum Werterhalt angesehen. Gold ist eine eigene Anlageklasse mit einer geringen Korrelation zu anderen Anlageklassen wie Aktien oder Anleihen und eignet sich damit gut zur Diversifizierung des Vermögens.

Für eine Anlage in Goldsparplänen werden häufig folgende Argumente angeführt:

Sparpläne und Goldsparpläne zwingen Anleger dazu, regelmäßig einen festen Betrag zu sparen.

Im Unterschied zu einer Einmalanlage verringert man durch Sparpläne das Risiko, einen großen Betrag zum falschen Zeitpunkt zu investieren (siehe Cost-Average-Effekt bei Wikipedia).

Die Geschichte der Goldsparpläne

Das japanische Unternehmen Tanaka Kikinzoku Kogyo führte 1980 den ersten Goldsparplan (im Englischen ‘Gold Accumulation Plan’ oder kurz ‘GAP’) in Japan ein. Tanaka ist Japans führendes Edelmetallunternehmen.

Gemeinsam mit dem World Gold Council und weiteren Anbietern von Goldsparplänen aus dem Metallhandelsbereich bewarb Tanaka Goldsparpläne in den japanischen Medien, unter anderem auch im Fernsehen. Verschiedene japanische Banken wurden Vertriebspartner für die Goldsparpläne. Im Jahr 2006 verwalteten die Anbieter von Goldsparplänen in Japan für ihre Kunden mehr als 200 Tonnen Gold mit einem heutigen Gegenwert von über 6 Milliarden Euro.

Eine Besonderheit der japanischen Goldsparpläne liegt darin, dass Anleger sich zwar auf einen monatlichen Investitionsbetrag festlegen, die Anlage in Gold aber täglich (an jedem Handelstag im Monat) stattfindet. Der monatliche Anlagebetrag wird also gleichmäßig auf die Handelstage aufgeteilt. Anleger kaufen also nicht einmal monatlich zum jeweiligen Goldpreis, sondern an jedem Handelstag zum gerade aktuellen Goldpreis.

Wer bietet Goldsparpläne in Deutschland an?

Seit einigen Jahren werden auch in Deutschland Goldsparpläne angeboten. Zwei der bekanntesten Anbieter sind die Sutor Bank sowie Bullion Value KG. Beide Unternehmen vertreiben Goldsparpläne direkt an Kunden und arbeiten mit Vermittlern zusammen.

Aufgrund der fehlenden Regulierung von physischen Goldanlageprodukten kann praktisch Jedermann einen Goldsparplan auflegen und an Kunden vertreiben. Dies führt dazu, dass ständig neue Anbieter von Goldsparplänen auf den Markt drängen. Anbieter von Goldsparplänen unterliegen nicht der Finanzaufsicht, es wird keine Bank- oder sonstige Lizenz benötigt. Auch Vermittler von physischen Goldsparplänen unterliegen keiner Erlaubnispflicht oder Aufsicht, beispielsweise ist die seit 2008 gültige EU-Vermittlerrichtlinie nicht auf sie anwendbar.

Kosten und Steuern

Die Kosten von Goldsparplänen setzen sich grob aus zwei Blöcken zusammen: Den Kosten für den Abschluss des Sparplanes und den Erwerb des Goldes sowie den laufenden Kosten für die Verwaltung und die Verwahrung des Goldes.

Im folgenden beleuchten wir die wichtigsten Kosten der Goldsparpläne der Bullion Value KG und der Sutor Bank näher.

Goldsparplan der Bullion Value KG

Der monatliche Mindestsparbetrag beträgt 50 Euro, die Mindestlaufzeit 12 Monate. Für den Abschluss des Sparplans fällt eine einmalige Gebühr in Höhe von 100 Euro an.

Mit jeder Sparrate zahlt der Anleger ein Agio, einen Aufpreis. Dieser Aufpreis hängt von der Höhe der Sparrate ab: Bei einer Rate von 100 Euro monatlich beträgt er 8% des Anlagebetrages. Er sinkt bei einer Rate von 350 Euro auf 5,5% monatlich.

Die monatliche Tresormiete beträgt zum Start des Goldsparplans 1,3%. Sie reduziert sich jedes Jahr um 0,05%, auf zuletzt 0,4%.

Goldsparplan der Max Heinrich Sutor Bank

Auch beim Goldsparplan der Sutor Bank beträgt die monatliche Mindest-Sparrate 50 Euro. Für jede monatliche Sparrate ist ein Aufschlag in Höhe von 6,5% der zu zahlenden Rate an die Bank zu entrichten, das heißt, der Anleger zahlt 6,5% seiner Sparrate als Gebühr an die Sutor Bank.

Die monatliche Gebühr für Verwaltung und Verwahrung beträgt 0,025% des Anlagewertes, also 0,3% jährlich. Die Gebühr beträgt für den Kunden allerdings mindestens 14 Euro halbjährlich.

Bei der Sutor Bank wird außerdem für den Verkauf des Goldes ein Abschlag von 1% auf den Anlagebetrag fällig.

Schließt der Kunde einen Goldsparplan der Sutor Bank über einen ihrer Vertriebspartner wie die Multi Invest ab, liegen die Kosten sogar noch höher: Statt des Aufschlags in Höhe von 6,5% wird zwar “nur” ein Aufschlag von 5,75% berechnet. Dazu kommen allerdings noch zwei volle Monatsbeiträge als Vertriebskosten. Die Mindestlaufzeit der Sparplanverträge beträgt 10 Jahre.

Sowohl beim Goldsparplan der Sutor Bank als auch beim Goldsparplan der Bullion Value KG wird einmal monatlich Gold gekauft.

Abzocker und schwarze Schafe

Unserer Meinung nach sind die Kosten der oben aufgeführten Goldsparpläne für Anleger beträchtlich. Gebühren in Höhe von deutlich über 5% des investierten Betrages sind für ein passives Investment zu hoch.

Viele Anbieter von Goldsparplänen nutzen die Angst der Anleger, um diese zu einer Anlage in ihre überteuerten Produkte zu drängen. Beispielrechnungen wie die der Bullion Value KG auf ihrer Internetseite, die auf einem über 20 Jahre jährlich mit 12,5% steigenden Goldpreis basieren, halten wir für nicht seriös. Nicht, dass es nicht eventuell so kommen könnte – aber einem potenziellen Anleger nur ein Szenario basierend auf dieser Annahme vorzulegen, ist ein fragwürdiges Vorgehen.

Noch schlimmer: Aufgrund der fehlenden Regulierung von Goldsparplänen steht zu befürchten, dass sich auch betrügerische Anbieter auf diesem Gebiet breit machen werden oder sogar schon aktiv sind. Es gibt keine Registrierungspflicht für Anbieter, keine Anforderungen hinsichtlich Corporate Governance oder finanzieller Stabilität. Die Gefahr, dass eines Tages ein Anbieter zusammenbricht oder Anleger um ihr Geld geprellt werden, besteht leider.

Die Aktivitäten von Multi Level Marketing-Firmen oder “Pyramidenvertrieben” im Markt für Goldanlagen beunruhigen zusätzlich. Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag Abzocke mit Goldanlagen.

Alternativen zu einem Goldsparplan

Inzwischen gibt es verschiedene seriöse Direktanbieter von Tresorgold – von der DAB Bank über BullionVault bis hin zu GoldMoney. Die Kosten beim Kauf und für die jährliche Verwahrung liegen bei diesen Anbietern deutlich unter den Kosten der oben dargestellten Sparpläne – allerdings bieten diese Anbieter bisher auch keine Sparpläne, sondern nur Einmalanlagen an.

Anlegern, die hohe Gebühren vermeiden möchten, bleibt also zur Zeit nichts anderes übrig, als entweder eine Einmalanlage zu tätigen oder aus eigener Initiative regelmäßig kleine Beträge zu investieren und sich so quasi einen eigenen Sparplan zusammenzustellen.


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