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Artikel zum Thema Goldanlage

Immobilien oder Gold als Sachanlage?

26. Oktober 2011

Immobilien und Gold sind so genannte Sachwerte. In Zeiten von hoher Verschuldung und Wirtschaftskrisen denken viele Anleger über eine Sachanlage in Form einer Immobilie oder Gold nach. Ein Vergleich der beiden Sachwertanlagen.

Die tägliche Flut an Nachrichten sowie die starken Schwankungen von Aktienanlagen, Währungen und Staatsanleihen verunsichern viele Kleinanleger. Sachwerte wie Immobilien und Edelmetalle sind für viele Menschen leichter verständlich und greifbarer als abstrakte Finanzprodukte. Insbesondere Anlagen in Immobilien oder Gold werden derzeit von vielen sicherheitsorientierten Anlegern in Erwägung gezogen, mit dem Ziel, das eigene Vermögen abzusichern.

Gold als Sachanlage

Schon seit Jahrtausenden gilt Gold als Vermögensanlage. Bis in das zwanzigste Jahrhundert hinein war Gold sogar die Grundlage vieler Währungen. So wurde erste Anfang der 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts der Goldstandard des US-Dollar aufgehoben. Bis dahin stand jeder Dollar für eine festgelegte Menge Gold.

Den Goldstandard gibt es zwar nicht mehr, aber Gold als Sachwert zur Spekulation oder Absicherung des eigenen Vermögens erfreut sich einer wachsenden Beliebtheit, meist als echtes Goldeigentum in Form einer Direktanlage in physisches Gold oder Tresorgold und nicht in Form von Gold-Wertpapieren. Diese auch abfällig als Papiergold bezeichneten Anlagen bergen häufig Risiken wie z.B. ein Emittentenrisiko werden damit von sicherheitsorientierten Anlegern nicht als wirkliche Sachwerte angesehen.

Eigenschaften der Goldanlage

Gold bzw. eine Direktanlage in Gold hat folgende Eigenschaften:

  • Gold ist nicht beliebig vermehrbar – die jährliche Förderung und die Reserven sind begrenzt.
  • Der Wert von Gold ist Großteil vom Menschen bestimmt – Nur ein Teil des Goldes wird in der Industrie eingesetzt; Der größere Teil wird als Schmuck oder eben Sachanlage verwendet. Nachfrage und Angebot bestimmen den Preis.
  • Gold ist fast beliebig aufteilbar. Anlagegold kann in den verschiedensten Barrengrößen von 1 Gramm bis 12,5 Kilogramm oder in Form von Münzen erworben werden.
  • Für Gold existiert ein liquider Markt und ein jeweils eindeutiger Marktpreis, der Basis für Kauf- und Verkaufspreise ist. Der Goldpreis kann jedoch auch recht deutlichen Schwankungen unterliegen.
  • Nach einer Mindesthaltedauer von einem Jahr unterliegen Gewinne aus der Veräusserung von physischem Gold keiner Besteuerung.
  • Gewinne aus einer Direktanlage in physisches Gold, beispielsweise in Form von Tresorgold, sind nach einer Mindesthaltedauer von einem Jahr ebenfalls steuerfrei. Gewinne aus Wertpapier-Goldanlagen unterliegen in Deutschland dagegen der Abgeltungssteuer.

Eigenschaften von Immobilien als Sachwerten

Bei Immobilien handelt es sich wie bei Gold um einen Sachwert, allerdings mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften:

  • Im Unterschied zu Gold, das nur in begrenzter Menge vorhanden ist und dessen Förderung aufwändig ist, können neue Immobilien in großer Zahl gebaut und auf den Markt gebracht werden.
  • Bei Immobilien handelt es sich aber um Sachwerte mit realem Wert und (im Normalfall) regelmäßigen Ertrag.
  • Immobilien wie ein Eigenheim oder Eigentumswohnungen stellen für Anleger meist ein Klumpenrisiko dar, da die Mindestinvestitionen sehr hoch sind. Das heißt, ein großer Teil seines Vermögens ist in einem einzigen Objekt gebunden.
  • Immobilien sind nicht unzerstörbar, sie verursachen laufende Kosten, sind mit gewissen Risiken verbunden, z.B. im Falle von Vermietung.
  • Der Markt für Immobilien ist nur begrenzt transparent und liquide. Der Wert einer Immobilien kann sehr unabhängig von den Baukosten sein, die Präferenzen und Zahlungsbereitschaften von Immobiliensuchenden können sich verändern.
  • Immobilienpreise unterliegen also ebenfalls Schwankungen, sind jedoch meist nicht so volatil wie Aktien.
  • Für Selbstnutzer, die eine Immobilie zuletzt mindestens drei Jahre genutzt haben, fällt keine Spekulationssteuer an. Bei nicht selbstgenutzten Grundstücken oder Wohnungseigentum entfällt erst nach einer Haltedauer von 10 Jahren die Spekulationssteuer.
  • Lage, Ausstattung und Zustand sind die entscheidenden Kriterien für die erzielbare Miete und den Wiederverkaufswert.

Immobilienfonds als Alternative?

Aus den aufgeführten Eigenschaften von Immobilien ergeben sich eine Reihe von Schwierigkeiten im Zusammenhang mit einer Immobilienanlage. Insbesondere die hohe Mindestinvestition und geringe Liquidität machen Immobilien als Sachanlage für viele Anleger unmöglich oder zumindest unattraktiv.

Können Immobilienfonds eine Alternative zu einer Direktanlage sein? Grundsätzlich sind zwei Formen von Immobilienfonds zu unterscheiden: Offene Immobilienfonds und geschlossene Immobilienfonds. Anteile an offenen Immobilienfonds können theoretisch börsentäglich gehandelt werden. Im Zuge der Finanzkrise mussten allerdings zahlreiche offene Fonds zumindest zeitweise geschlossen werden, da sie mit Mitteabflüssen der Anleger fertig wurden. Erträge aus offenen Immobilienfonds unterliegen auch unabhängig von der Haltedauer der Abgeltungsteuer.

Geschlossene Immobilienfonds erfordern eine eingehende Bewertung hinsichtlich ihrer steuerlichen Wirkung. Anteile an geschlossenen Fonds sind oft gar nicht oder sehr schwer und mit hohen Abschlägen vor Auflösung des Fonds verkäuflich, sie sind also sehr illiquide.

Eigentumswohnungen bieten die Möglichkeit, sich an größeren Objekten zu beteiligen, ohne einen Fondsanteil zu erwerben. Hingegen sind hier vor dem Kauf eine genaue Einschätzung von Lage und Vermietbarkeit dringend notwendig. Nicht selten sind im Kaufpreis enorme so genannte “weiche Kosten” des Objektentwicklers versteckt, die sich im Falle des Wiederverkaufs als böse Überraschung herausstellen, wenn der Marktwert der Wohnung viel geringer ist als erwartet. Auch fallen häufig hohe laufende Verwaltungsgebühren an, welche die Gesamtrendite deutlich schmälern können.

Vergleich der Sachanlagen Gold und Immobilien 

Immobilien werden manchmal als Betongold bezeichnet. Hinsichtlich einfacher Handhabbarkeit, Liquidität und Preistransparenz ist Anlagegold beispielsweise in Form von Tresorgold Immobilien aber deutlich überlegen. Der Ausdruck Betongold ist also zumindest was die Flexibilität angeht für Immobilien ziemlich treffend.

Auf der anderen Seite erbringt Gold keine laufenden Erträge, wie man dies zumindest von guten Immobilien erwarten kann.

Gold und Immobilienanlagen als Inflationsschutz?

Sowohl (fremdfinanzierte) Immobilienanlagen als auch Gold sind historisch betrachtet häufig eine gute Absicherung gegen hohe Inflationsraten gewesen. Im Rezessions- und Deflationsfall verhalten sich beide Anlagen aber regelmäßig sehr unterschiedlich: Schrumpft die Wirtschaft und gibt es sogar deflationäre Tendenzen, so sinken meist die Immobilienpreise – nicht nur von Privat- sondern auch Gewerbeimmobilien. In solchen Krisenszenarien entwickelt sich der Goldpreis dagegen oft überdurchschnittlich, nicht zuletzt, weil beispielsweise die Verzinsung von Sparanlagen keine attraktive Alternative bietet und Gold in diesen Zeiten als sicherer Hafen gilt. In Zeiten sehr hoher Inflationsraten sollte der Anleger jedoch bedenken, dass Mieteinahmen meist nicht mit den Preissteigerungen Schritt halten können, und dass der Staat über Sonderabgaben die “Inflationsgewinne” auf Immobilien zumindest zum Teil abschöpfen kann.

Fazit

Eine selbstgenutzte Immobilien kann sicher ein sinnvoller Baustein der privaten Absicherung sein. Regelmäßig verschlingt eine Immobilie aber einen sehr großen Teil des privaten Vermögens und der Wert von Immobilienanlagen ist beileibe nicht schwankungsfrei. Ein Immobilienkauf sollte daher immer nur mit der gründlichsten Vorbereitung und Marktkenntnis erfolgen. Die Lage einer Immobilie als Renditeobjekt entscheidet über Mieteinnahmen und Wiederverkaufswert. Insbesondere bei gebrauchten Immobilien sind auch der Zustand und anstehende Sanierungen abzuschätzen. Beim Erwerb einer Eigentumswohnung sollte man genau auf Provisionen des Verkäufers und andere preissteigernde Aspekte achten.

Eine Goldanlage ist auch eine Sachanlage mit sehr langfristig betrachtet hoher Wertstabilität und gerade in Krisenzeiten oft überdurchschnittlicher Preisentwicklung. Wertschwankungen können jedoch auch bei der Goldanlage auftreten.

Anleger sollten auf eine gute Diversifizierung ihres Portfolios achten. Der Anteil von Gold am Gesamtvermögen sollte meist zwischen 5-15% liegen. Idealerweise beträgt der von Immobilien nicht sehr viel mehr. Leider ist dies aufgrund der schlechten Teilbarkeit von Immobilienanlagen häufig nicht möglich.

Angst und Panik sind bei jeder Vermögensanlage die schlechtesten Ratgeber. Der Kauf einer Immobilie erfordert eine gute Vorbereitung und sollte niemals “aus dem Bauch heraus” geschehen. Dies trifft grundsätzlich auch für den Goldkauf zu. Gute Information und der unabhängige Vergleich von Preisen und Konditionen sind auch hier wichtige Bausteine zum Anlageerfolg.

 


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