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Artikel zum Thema Goldanlage

db Physical Gold ETC – Bewertung und Kritik

20. September 2012

Die Gold-ETCs der Deutschen Bank aus der Familie der ‘db Physical Gold ETC’ schneiden gut im Vergleich mit anderen Gold-ETCs ab. Gegenüber einer direkten Anlage in physisches Gold in Form von Tresorgold haben sie aber verschiedene Nachteile.

Die Deutsche Bank bietet mit ihren Produkten “db Physical Gold ETC” (siehe Produktionformationsblätter und Produktbedingungen), sogenannten Exchange Traded Commodities, drei Gold-ETCs auch für Privatanleger an.

Produktbeschreibung db Physical Gold ETC

Bei den Gold-ETCs der Deutschen Bank handelt es sich um besicherte Schuldverschreibungen. Die Besicherung erfolgt durch Hinterlegung von physischem Gold auf Edelmetallkonten. Ein Gold-ETC-Wertpapier verbrieft einen Zahlungsanspruch gegenüber dem Produktanbieter, der sich an der Entwicklung des Goldpreises orientiert. Praktisch handelt es sich bei db Physical Gold ETCs um besicherte Zertifikate.

Die Deutsche Bank bietet drei verschiedene Gold-ETCs an:

  1. db Physical Gold ETC
  2. db Physical Gold ETC (EUR)
  3. db Physical Gold Euro Hedged ETC

Während beim ersten Produkt die Handelswährung US-Dollar ist, wird der db Physical Gold ETC (EUR) in Euro gehandelt.

Beim db Physical Gold Euro Hedged ETC erfolgt außerdem eine sogenannte Währungsabsicherung. Faktisch orientiert sich damit der Wert der ETC-Wertpapiere am Goldpreis in US-Dollar statt dem Goldpreis in Euro. Nach Meinung verschiedener Fachleute bewirkt ein solches Hedging allerdings für Anleger aus dem Euro-Raum keine Absicherung sondern im Gegenteil eine implizite Spekulation auf die Entwicklung des Kurses des US-Dollars.

Kosten der db Physical Gold ETCs

Der Kauf von Gold-ETCs kann über Börsen oder außerbörslich erfolgen. Grundsätzlich tragen Anleger keine Aufgabeaufschläge. Bei Kauf oder Verkauf kann aber ein Aufschlag bzw. Abschlag in Form einer Geld-Brief-Handelsspanne anfallen. Die maximale Spanne (“Spread”) beträgt beim Handel des bd Physical Gold ETC (EUR) über die Deutschen Börse 1,0%.

Anleger müssen außerdem Transaktionskosten entrichten, deren Höhe durch ihre abwickelnde Bank festgelegt wird. Diese Kosten sollten beispielsweise beim Kauf 1% des Anlagebetrages üblicherweise nicht überschreiten.

Für die db Physical Gold ETCs fallen zusätzlich laufende Kosten an. Aktuell und seit Auflegung der Gold-ETCs betragen die laufenden Kosten jährlich 0,29%. Laut Bedingungen können die laufenden Gebühren bis zu 1,5% pro Jahr betragen. Die ETC-Wertpapiere verbriefen für die Anleger einen Anspruch auf Teilhabe an der Wertentwicklung von Gold. Die Produktgebühren reduzieren diesen Anspruch bzw. Wert des Wertpapiers laufend. Anders als bei einer Direktanlage in Gold reduzieren sich also die Ansprüche aus dem ETC im Laufe der Zeit.

Im Falle des Erwerbs des ‘db Physical Gold Euro Hedge ETC’ müssen Anleger zusätzlich zu den genannten Gebühren auch eine sogenannte Währungssicherungsgebühr tragen. Diese betrug seit Ausgabe weitere 0,30% pro Jahr, kann aber theoretisch bis zu 1,5% jährlich betragen.

Vergleich mit anderen Gold-ETCs oder Gold-Zertifikaten

Der wohl bekannteste Gold-ETC in Deutschland ist Xetra Gold von der Deutschen Börse. Mit 0,3% sind die laufenden Kosten nur geringfügig höher als bei den nicht-’währungsgesicherten’ Gold-ETCs der Deutschen Bank.

Der RBS Physical Gold ETC von der Royal Bank of Scotland hat mit 0,29% derzeit die gleichen laufenden Kosten wie die db Physical Gold ETCs der Deutschen Bank.

Wesentlich tiefer müssen Anleger für das nicht durch Gold besicherte ‘Gold Open End Quanto Zertifikat’ der RBS in die Tasche greifen: Allein die Kosten für das spekulative Währungs-Hedging belaufen sich derzeit auf 1,63% pro Jahr und betragen damit ein Vielfaches der Kosten der bereits genannten Gold-ETCs, und das selbst bei Wahl eines der genannten Gold-ETCs mit zusätzlicher Währungsspekulation.

Bewertung db Physical Gold ETCs im Vergleich mit einer Direktanlage in Gold

Die den db Physical Gold ETCs zugrundeliegenden Goldbarren werden in Tresoren der Depotbank oder Unterdepotbanken verwahrt. Es handelt sich damit um ein mit Tresorgold (siehe auch Wikipedia: Tresorgold) besichertes Wertpapier. Anders als reine Tresorgold-Produkte bieten die ETCs der Deutschen Bank aber keine Auslieferungsoption. Auch können Anleger die Anlage nicht zeitlich unbeschränkt tätigen – spätestens im Jahre 2060 erfolgt eine Rückzahlung in Geld.

Anders als bei einer Direktanlage in privat gelagertes physisches Gold in Form von Barren oder Münzen oder einer Anlage in professionell verwahrtes Tresorgold erwirbt ein Käufer eines Gold-ETC kein direktes Eigentum an Gold, sondern nur einen – wenn auch besicherten – Anspruch gegenüber dem Emittenten, in diesem Falle also gegenüber einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bank.

Neben diesem Unterschied in der Eingentumsstruktur bewirkt die rechtliche Konstruktion der db Physical Gold ETCs, dass diese – wie auch andere Gold-ETCs sowie Goldfonds – der Abgeltungsteuer unterliegen. Während direktes Goldeigentum (auch in Form von Tresorgold) und realisierte Erträge aus einem Verkauf nach einer Mindesthaltedauer von einem Jahr keiner Besteuerung unterliegen, fällt auf Erträge aus Gold-ETCs grundsätzlich die Abgeltungsteuer von 25% plus Solidaritätszuschlag sowie gegebenenfalls Kirchensteuer an.

Für mittel- und langfristig-orientierte Anleger hat eine Direktanlage in Gold daher steuerliche Vorteile gegenüber goldpreisbasierten Finanzprodukten.

Die Edelmetall-ETCs der Deutschen Bank und damit auch die db Physical Gold ETCs haben eine Laufzeit bis ins Jahr 2060. Anleger, die einen ETC zu diesem Zeitpunkt noch halten werden ausgezahlt, eine zeitlich unbeschränkte Anlage ist damit von vorneherein ausgeschlossen.

Fazit

Rechtlich und steuerlich betrachtet handelt es sich bei den db Physical Gold ETCs um mit Gold besicherte Zertifikate, die der Abgeltungsteuer unterliegen. Die Gold-ETCs der Deutschen Bank sind im Vergleich mit anderen Gold-ETCs durchaus konkurrenzfähig.

Für viele sicherheitsorientierte oder mittel- und langfristig anlegende Privatanleger bieten Direktanlagen in Gold beispielsweise mittels professionell verwahrtem Tresorgold – das auch bei Gold-ETCs für die Besicherung verwendet wird – verschiedene Vorteile gegenüber Gold-ETCs. Beispielsweise erwerben die Anleger im Falle von Tresorgold echtes Eigentum an Gold und – anders als bei strukturierten Finanzprodukten – nicht lediglich einen schuldrechtlichen Anspruch, der bei manchen Produkten mit Gold besichert ist. Zudem unterliegt Tresorgold grundsätzlich nicht der Abgeltungsteuer und kann darüber hinaus – abhängig vom Anbieter – deutlich günstiger als ein Investment in Gold-ETCs sein.

Für spekulative Anleger können strukturierte Finanzprodukte in Form von Gold-ETC oder Goldzertifkaten dagegen vorteilhaft sein, beispielsweise weisen manche eine häufig gewünschte Hebelwirkung auf. Auch kann für Anleger, die ihr Investment in Gold lediglich kürzer als ein Jahr halten wollen, die Abgeltungsteuer günstiger sein als eine Besteuerung mit dem persönlichen Einkommensteuersatz. Gehen spekulative Anleger demgegenüber von einer Haltedauer von über einem Jahr aus, ist aus steuerlicher Sicht eine Anlage in Tresorgold meist vorteilhaft, da etwaige Gewinne aus einer Veräußerung von physischem Gold nach einer Haltedauer von über einem Jahr nicht der Einkommensteuer unterliegen und Tresorgold generell nicht der Abgeltungsteuer unterfällt.

Generell gilt aus unserer Sicht, dass sogenannte währungsgesicherte Gold-ETCs oder Goldzertifikate für den typischen Anleger kaum zu empfehlen sind. Aufgrund der zusätzlichen Kosten und Risiken für die vermeintliche Währungsabsicherung sind solche Produkte für die meisten Anleger wenig geeignet.

 


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