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Artikel zum Thema Goldanlage

Bank und Gold – ein Widerspruch?

17. Mai 2011

Als eine der ersten großen Banken bietet die DAB Bank Kleinanlegern den Kauf von zentral gelagertem physischen Gold an. Im Unterschied zu anderen Anlageprodukten sind Banken beim Angebot von physischen Goldanlageprodukten immer noch zögerlich.

Die private Nachfrage nach Gold steigt

Auch im Jahr 2010 hat die Nachfrage nach Gold als Anlageprodukt ungefähr ein Drittel der gesamten Nachfrage nach Gold ausgemacht. Über die letzten 10 Jahre ist die Nachfrage von Privatanlegern nach Gold  deutlich gestiegen – weltweit, aber insbesondere auch in Deutschland. Gold wird für viele Anleger immer mehr zu einer wichtigen eigenen Anlageklasse. Nur eine Minderheit der Anleger verfolgt dabei spekulative Interessen – trotz des starken Anstiegs des Goldpreises; Die Mehrheit der privaten Anleger sieht in Gold einen möglichen Schutz gegen Finanzkrisen, Inflation oder auch Deflation (siehe Geldanlage in Gold).

Eine Direktanlage in Gold ziehen viele private Anleger dabei einer indirekten Anlage in Gold über Wertpapiere wie Fonds oder Zertifikate aus Gründen der Sicherheit und wegen steuerlicher Vorteile vor.

Banken und Goldanlage

Wie bei anderen Geldanlagen auch geht für viele Anleger der erste Gedanke beim Thema Goldanlage an die eigene Bank. Trotz der hohen und seit Jahren ansteigenden Nachfrage nach Gold nehmen sich Banken dem Thema Goldanlage – und insbesondere der direkten Goldanlage – meist aber nur sehr zurückhaltend an.

Ein Grund dafür ist, dass eine direkte Anlage in Gold und der physische Umgang damit (Lagerung etc.) heute nicht mehr zum vorherrschenden Geschäftsmodell der meisten Banken passt: Die Banken arbeiten mit ‘immateriellen’ Finanzprodukten wie Fonds und Zertifikaten. Diese Produkte können schnell und kostengünstig aufgelegt werden. Banken müssen sich dabei nicht um eine physische Abwicklung kümmern.

Zumindest in Deutschland können Anleger bei den klassischen Filialbanken meist noch Gold physisch in der Bankfiliale in Form von Goldbarren oder -münzen erwerben. Dieses Geschäft war in der Vergangenheit bei den meisten Banken und in den Filialen nicht wirklich beliebt, da die Erträge gering und die Kosten hoch sind. Die Banken verlieren außerdem die ‘Kontrolle’ über die Goldanlage Ihrer Kunden, sobald diese das Gold abgeholt und damit Mittel von der Bank abgezogen haben.

Zentral verwahrtes Gold bieten Privatbanken zwar klassischerweise an – dies allerdings nur sehr vermögenden Kunden, nicht dem normalen Privatanleger.

Wettbewerber mit innovativen Angeboten zur Goldanlage

Im Zuge der Verbreitung des Internets und dessen verstärkten Einsatzes zur Geldanlage – fast 50% der deutschen Bankkunden nutzen bereits heute Online Banking – sind über die vergangenen Jahre innovative Anbieter zur physischen Goldanlage für Privatanleger auf den Markt gekommen.

Ihre Angebote sind dadurch gekennzeichnet, dass Kunden direktes Eigentum an Gold erwerben und dieses Gold zentral in Tresoren verwahrt wird. Die Kunden profitieren damit beim Einkauf des Goldes und damit den Kosten von Größenvorteilen . Große Standardbarren mit einem Gewicht von ca. 12,5 Kilogramm oder Anteile an ihnen können für deutlich geringere Aufschläge erworben werden als kleine Barren oder Goldmünzen. Außerdem kommen die Anleger in den Genuss von Steuerfreiheit auf Gewinne, wenn Sie das Gold mindestens ein Jahr halten, während bei Gold-Zertifikaten/-Aktien oder -ETF unabhängig von der Haltedauer 25% Abgeltungsteuer auf realisierte Kursgewinne anfallen.

Im Vergleich zur privaten Lagerung des Goldes ist die zentrale, versicherte Lagerung auch sicherer als geliefertes Gold. Und – ein wichtiges Argument in volatilen Märkten: Es lässt sich nicht nur schnell weiteres Gold kaufen, sondern gegebenenfalls auch kurzfristig günstig verkaufen. Bei einigen Anbietern ist ein Verkauf sogar innerhalb von Sekunden möglich.

BullionVault (siehe Profil) und GoldMoney (siehe Profil) sind die beiden Platzhirsche im Markt der Goldanlage über das Internet. Sie haben jeweils ca. 20.000 Kunden und verwahren mehr als 1 Milliarde Euro an Anlegergeldern. Beide Unternehmen haben keine Banklizenz – physisches Gold gilt nicht als Finanzprodukt, der Handel damit unterliegt nur einer geringen Regulierung.

Gold über eine Bank erwerben

Mit Beginn der Finanzkrise 2007/2008 ist die private Nachfrage nach Anlagegold weiter sprunghaft angestiegen. Banken und Finanzdienstleister haben hierauf teilweise reagiert: Zum einen bieten Sie verstärkt indirekte Goldanlagen über Zertifikate und Fonds an (Beispiel: Xetra-Gold).

Zum anderen bieten Postbank, DKB und einige weitere Banken ihren Kunden inzwischen online den Kauf von physischem Gold an, das allerdings ausgeliefert wird. Der Kunde sieht sich mit der sicheren Lagerung, hohen Kosten und der schweren Handelbarkeit (z.B. Verkauf) selbst konfrontiert.

In Deutschland und Österreich bietet die Direktanlagebank DAB (eine Tochter der Unicredit/ HVB) seit September 2010 Kunden den Erwerb von zentral gelagertem Gold an. Ihr Partner ist dabei die Schweizer Großbank UBS, die das Gold verwahrt und den Handel abwickelt. Kunden der DAB Bank können physisches Gold wie Aktien oder andere Wertpapiere online erwerben. Das Gold wird zentral in der Schweiz verwahrt. Auf Wunsch und gegen Aufpreis können sich Kunden das Gold von der Bank auch liefern lassen.

Der Wettbewerber CortalConsors bietet Kunden in Frankreich den Kauf von zentral verwahrtem Gold an. In Deutschland können Kunden der Bank dagegen bisher nur telefonisch Goldbarren oder Goldmünzen erwerben, die Ihnen dann nach Hause geliefert werden.

Fazit

Während man bei anderen Finanzprodukten wie beispielsweise exotischen Zertifikaten häufig den Eindruck hat, dass diese durch Banken in den Markt gedrückt oder dem Anleger regelrecht aufgedränkt werden, ist das bei der physischen Goldanlage bisher nicht der Fall. Im Gegenteil: Obwohl diese Anlageform von privaten Anlegern immer stärker nachgefragt wird, bietet bisher fast keine Bank entsprechende Angebote zur Goldanlage.

Die physische Goldanlage hat sich inzwischen für viele Anleger als Beimischung für ihr Portfolio etabliert. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Gold in Zukunft weiter von Ihnen nachgefragt wird, die Erschütterungen der Finanzkrise sind noch nicht vergessen und vielleicht sogar noch nicht einmal ausgestanden. Hinzu kommt die aktuelle Schuldenkrise.

Es bleibt interessant, abzuwarten, ob sich auch die klassischen Banken dem Thema physische Goldanlage verstärkt annehmen – oder ob sie das Spielfeld neuen Anbietern im Internet oder Finanzvermittlern mit oft überteuerten oder sogar unseriösen Angeboten überlassen.

 


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