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Artikel zum Thema Goldanlage

Der Goldpreis im Jahr 2015

13. Dezember 2013

Nachdem der Goldpreis über mehr als zehn Jahre jährlich angestiegen ist, ging der Preis im Jahre 2013 deutlich nach unten. Anleger stellen sich die Frage, wie die Preisentwicklung in den kommenden Jahren aussehen wird. Wir versuchen, eine Orientierung zu geben.

Ende November 2013 lag der Goldpreis bei 1.253,- US-Dollar oder 921 Euro pro Feinunze Gold und damit sowohl in US-Dollar als auch in Euro ungefähr 25% unter dem Preis zu Jahresbeginn. 2013 ist damit das erste Jahr seit über zehn Jahren, in dem der Goldpreis – betrachtet in US-Dollar – sank. Dieser Bruch eines langanhaltenden Trends kommt für zahlreiche Anleger überraschend. Wie so oft bei gleichbleibenden Entwicklungen über längere Zeiträume können sich viele ein Ende des Aufwärtstrends gar nicht mehr vorstellen – ähnlich wie beispielsweise bei den Zinsen und der Inflation, welche beide derzeit auf einem rekordverdächtig geringem Niveau verharren – wobei letztere selbst in Deutschland in den 1970er-Jahren mehrfach über 6% pro Jahr lag.

Wie geht es mit dem Goldpreis weiter?

Es ist also normal, dass langanhaltende Trends nicht immer fortdauern. Trotzdem oder gerade angesichts dieser Tatsache stellen sich private und professionelle Investoren jetzt natürlich die Frage, wie sich der Goldpreis in der Zukunft weiter entwickeln wird. Wir werfen im Folgenden einen Blick auf einzelne Angebots- und Nachfragefaktoren, die den Goldpreis beeinflussen, aber auch auf umfassendere, gesamtwirtschaftliche Szenarios, deren Eintreten grundsätzliche Auswirkungen für den Goldpreis haben könnten.

Angebot und Nachfrage

Im dritten Quartal 2013 ist die Nachfrage nach Gold um mehr als 20% gegenüber dem Vorjahresquartal zurückgegangen. Nach Angaben des World Gold Council war dieser Rückgang hauptsächlich auf Abflüsse aus Goldfonds zurückzuführen. Während es im 3. Quartal 2012 noch deutlich Zuflüsse von mehr als 130 Tonnen in Goldfonds gab, waren die Abflüsse im 3. Quartal 2013 mit fast 120 Tonnen fast annähernd gleich hoch. Die Nachfrage nach Goldbarren und Münzen war zwar mit plus 300 Tonnen deutlich höher, aber obwohl dies einen Anstieg von ca. 6% gegenüber dem Vorjahr bedeutete, konnte dies den Abfluss von Gold aus den Goldfonds nicht annähernd kompensieren, so dass die gesamte Investment-Nachfrage um über 50% zurückging.

Die Nachfrage nach Gold für die Schmuckherstellung stieg dagegen leicht um ca. 1% an, ebenso wie die Nachfrage nach Gold aus dem Technologiesektor (Elektronik, Medizin u.ä.). Die Nachfrage nach Gold von Seiten der Zentralbanken war leicht rückläufig, lag mit netto über 90 Tonnen aber noch sehr hoch. Der seit fast drei Jahren anhaltende Zukauf von Gold zu Beständen der Zentralbanken dauert damit weiter fort.

Das Angebot von Gold insgesamt ist, ebenso wie die Nachfrage, im 3. Quartal 2013 rückläufig gewesen. Während die Minenproduktion leicht anstieg, ging das Angebot von recycletem Gold zurück – sicher verursacht durch die sinkenden Preise und die im Zuge der hohen Goldpreise über die letzten Jahre aussergewöhnlich starken Verkäufe von Altgold.

Finanzprodukte auf Gold

Die aufgeführten Zahlen zur Goldnachfrage und dem Goldangebot machen deutlich, dass die zurückgehende Investment-Nachfrage und dort genauer der Abfluss bei Goldfonds ursächlich für den Preisrückgang beim Gold im Jahre 2013 war.

In den vergangenen Jahren war die Investment-Nachfrage nach Gold von Sorgen um die Finanzkrise und Angst vor Vermögensverlust getrieben. Darüber hinaus sorgte sicher auch die langanhaltende positive Preisentwicklung dafür, dass immer mehr Anleger – darunter auch große Fonds und Hedgefonds – in den Markt einstiegen und so die Preise weiter nach oben trieben. Die Entwicklung wurde auch durch die weitere Verbreitung von innovativen Anlageformen in Gold begünstigt: Hiermit sind weniger physische Anlageprodukte wie Sparpläne oder Tresorgold gemeint, die Wachstum zu verzeichnen hatten, aber insgesamt noch einen überschaubaren Anteil am Goldmarkt ausmachen, sondern insbesondere Finanzprodukte auf Gold. Solche Finanzprodukte sind insbesondere in Ländern wie den USA und Großbritannien börsengehandelte Goldfonds (Gold ETF) aber auch sogenannte Exchange Traded Commodities (ETC) wie Xetra Gold von der Deutschen Börse. In Spitzenzeiten waren schätzungsweise deutlich mehr als 100 Milliarden US-Dollar in diesen Finanzprodukten angelegt.

Anders als bei den klassischen physischen Goldanlageprodukten wie Goldbarren und -münzen oder auch bei neuartigen Produkten wie Tresorgold, haben viele Anleger, die Finanzprodukte auf Gold erwerben, oft einen nur kurzfristigen oder opportunistischen Anlagehorizont: Sobald also der Preis zu drehen begann, haben viele dieser Anleger angefangen, ihre Bestände zu reduzieren, und so die Preisbewegung nach unten verstärkt. Während die neuen Instrumente der Goldanlage in der Boomphase also einen weiteren Preisanstieg begünstigt und beschleunigt haben, kehrte sich diese Entwicklung nach dem – zumindest vorläufigen – Ende des Trends um und verstärkte daraufhin den Preisrückgang.

Szenarien für die Entwicklung des Goldpreises

Der Goldpreis ist also in den letzten Jahren möglicherweise volatiler oder anfälliger für kurzfristige Trends geworden. Ein Großteil der privaten Anleger sieht Gold aber weiterhin als ein Mittel zur langfristigen Diversifikation von Risiken und zur Absicherung gegen extreme Ereignisse und Vermögensverluste an. Sieht man von eher kurzfristigen Entwicklungen einmal ab, stellt sich die Frage wie sich der Goldpreis in den kommenden Jahren entwickeln könnte.

1. Normalisierung der wirtschaftlichen Lage

Ein Thema 2013 war sicherlich die weitere Erholung der Weltwirtschaft und der Aktienmärkte. Es liegt nahe, einen Zusammenhang zwischen dieser Erholung und dem Rückgang des Goldpreises zu sehen. Insbesondere Anleger in westlichen Ländern kaufen Gold oft als Absicherung gegen (wirtschaftliche) Krisen. Ein Ende der seit 2008 andauernden Krise würde dieses Argument in den Hintergrund drängen. Bei weiterer wirtschaftlicher Erholung könnte dann auch 2014 und 2015 der Goldpreis weiter sinken.

2. Entschuldung und Deflation

Vor dem Hintergrund der weiterhin sehr hohen oder sogar ansteigenden Verschuldung der öffentlichen Haushalte, ist ein weiterer Entschuldungsprozess verbunden mit nur geringem Wirtschaftswachstum auch für die kommenden Jahre denkbar. Trotz vieler anders lautender Vorhersagen befinden sich Inflation und Zinsen in vielen Regionen weiterhin auf Rekordtiefständen.  In den vergangen Jahren war dies – für viele überraschend – ein gutes Umfeld für eine positive Entwicklung des Goldpreises. Eine Ursache ist, dass im Falle geringer Zinsen die Opportunitätskosten (d.h., ausbleibende Zinserträge) von Goldanlagen gering sind. Außerdem entwickeln sich in einem tendenziell deflationären Umfeld Preise für Aktien, Immobilien und andere Sachanlagen oft nur unterdurchschnittlich. Anleger flüchten daher vermehrt in Gold.

3. Steigende Inflation

In den Entwicklungsländern wie China oder Indien greift dagegen fast eine gegenläufige Logik: Hohe Inflationsraten – meist in Folge von hohen Wachstumsraten – machen Anlagen in Gold aufgrund ihres relativen Werterhalts attraktiv. Außerdem hat in diesen Ländern Goldschmuck oft noch eine wesentlich stärkere Bedeutung als in den entwickelten Ländern. Eine gute wirtschaftliche Entwicklung führt damit regelmäßig zu steigender Nachfrage aus diesen Ländern.

Sollten auch in den entwickelten Ländern eines Tages die Inflationsraten merklich ansteigen, so wäre auch dort eine verstärkte Nachfrage nach Gold als Inflationsschutz denkbar – immer in Abhängigkeit von den jeweiligen (Real-)Zinsen auf alternative Geldanlagen.

Preisprognosen für Gold

Die Investment-Gesellschaft Lupus Alpha hält einen weiteren Rückgang des Goldpreises aufgrund der geringen Investment-Nachfrage für wahrscheinlich und argumentiert auf Basis von charttechnischen Überlegungen, dass der Preis unter 1.250,- US-Dollar fallen könnte und sogar ein Goldpreis von nur 1.100,- US-Dollar pro Feinunze möglich ist.

Auch die Rating-Agentur Fitch rechnet mit niedrigen Goldpreisen über die kommenden Jahre. Laut ihrer Schätzung sollte der Preis von Gold 2014 und 2015 wahrscheinlich unter 1.200,- US-Dollar betragen.

Die Research-Abteilung der globalen Bankengruppe HSBC erwartet für 2014 einen Goldpreis von 1.435,- US-Dollar pro Feinunze und nennt als Begründung eine starke Nachfrage nach physischem Gold für Schmuck  sowie ferner Barren und Münzen insbesondere aus China.

Auch die Bank of America erwartet für 2015 einen zumindest leicht steigenden Goldpreis von 1.356,- US-Dollar. Dieser Preis würde einem Anstieg von ca. 100 US-Dollar gegenüber dem Goldpreis Ende November 2013 entsprechen.

Tom Fitzpatrick von der US-Bank Citigroup erwartet sogar einen Goldpreis von 3.500 US-Dollar in den nächsten Jahren. Er argumentiert, dass Gold wieder auf dem Weg wäre, die harte Währung der Wahl zu werden, und dass sich dieser Trend beschleunigen würde.

Fazit

Die oben aufgeführten denkbaren Szenarien zeigen, dass es eine Vielzahl von Effekten gibt, die Einfluss auf den Goldpreis haben können. Ähnlich wie bei der Prognose des Wirtschaftswachstums über die kommenden Jahre ist damit auch eine verlässliche Prognose des Goldpreises für 2015 und darüber hinaus nicht möglich. Viele vermögende Anleger, welche die Möglichkeit haben, ihre Anlagen breit zu streuen, werden daher auch in den kommenden Jahren eine Beimischung von Gold zu ihren Portfolios erwägen. Im Vordergrund steht für diese Anleger meist weniger das Ziel einer großen Wertsteigerung sondern die Absicherung von Vermögenswerten in unterschiedlichsten Szenarien.

Sicherheit und Kosten sind vor dem Hintergrund der Zielsetzung einer Vermögensabsicherung Kernaspekte bei einer Auswahl passender Goldanlagen. Physisches Anlagegold, beispielsweise in der Form von sicher verwahrtem Tresorgold, wird damit auch in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle spielen.

 


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